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Historia der „Groten Garde“

Der Name „Grote Garde“ geht auf einen legendären, spätmittelalterlichen Söldnerverband zurück, der auch die „Grosse“ bzw. „Schwarze Garde“ (volkstümlich  „Grote Garde“) genannt wurde, und dessen Existenz bereits im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts nachweisbar ist.

 

In einer holländischen Chronik ist von 2000 Knechten die Rede, welche 1486 von Maximilian I. gegen Gent und Brügge einsetzt wurden.

           

              (Titelblatt Lied Hemmingstedt)

 

Anschließend nahm diese dann der Herzog von Geldern für seinen Feldzug gegen Jülich und Kleve unter Sold. Hier taucht zum ersten Mal die Bezeichnung „Grosse Garde“ für diese Formation auf.

 

Ursprünglich bestand diese Truppe in der Mehrheit aus niederländischen Knechten, die Maximilian in Flandern geworben hatte. Später gesellte sich jedoch allerlei fremdländisches Kriegsvolk dazu. Zeitgenössische Quellen nennen neben Deutschen und Niederländern außerdem Schweitzer, Italiener, Franzosen, Spanier, Schotten, Schweden und sogar „Mohren“.

 

Das Offiziers-Korps setzte sich überwiegend aus Deutschen zusammen. Namentlich treten hier besonders die beiden Kapitäne  Neidhart Fux und der, laut diversen Schriftquellen aus Köln stammende Thomas Slenitz (auch „Junker Slentz“ genannt) in Erscheinung. Letzterer führte die Garde im Auftrag des dänischen Königs Johann I. bei ihrem letzten großen Gefecht im Jahre 1500 gegen die Dithmarscher Bauern an.

Bei jener sogenannten „Schlacht bei Hemmingstedt“ handelte es sich um den letzten Einsatz der Schwarzen /Grossen Garde als geschossene Formation. Die von Slentz geführten Kerneinheiten wurden beim Sturm auf eine von den Bauern errichtete Schanze komplett aufgerieben, Slentz selber und alle seine Hauptleute fanden bei

 

(Eroberung Rhenens durch die Grosse Garde

 (1499) - Master of Rhenen / Rijksmuseum Amsterdam)

 

den Kampfhandlungen den Tod. Der Feldzug geriet daraufhin ins Stocken, das königliche Heer trat nach dem Verlust der Garde die Flucht an.

 

Nach dieser verheerenden Niederlage bildeten sich aus den übrig gebliebenen Resten der Garde kleinere, selbstständige Einheiten, deren Spuren sich jedoch im Laufe er Zeit verlieren. Es gibt Vermutungen, dass einige Teil die spätere  „Schwarzen Legion“ bildeten, einer Landsknechtsformation im Dienste des französischen Königs Franz I., welche 1525 in der Schlacht vor Pavia von den kaiserlichen Landsknechten des Georg v. Frundsbergs erbarmungslos ausgelöscht wurde.

Einsätze der Grossen/Schwarzen Garde

 

1486 :  Unter Maximilian I – Kampf gegen Gent und Brügge

1488 :  Bezwingung der niederländischen Friesen unter Albrecht von Sachsen

1493 :  Zug Maximilians I. gegen Geldern

1494 :  Kampf gegen Jülich und Cleve im Auftrag des Herzogs von Geldern

1495 :  Im Dienste Edzards des Großen gegen Edo von Jever (Ostfriesland)

1497 :  Unterwerfung Schweden im Auftrag des dänischen Königs, Johann I.

1498 :  Erneute Kämpfe im Dienste Albrechts v. Sachsen gegen die Westfriesen

1499 :  Einsatz im Lande Kleve durch Herzog Johann II.

Ende 1499 :  Fehde des Herzogs von Lauenburg gegen das Erzbistum Bremen

Januar 1500: Der König von Dänemark setzt die Garde gegen die Dithmarscher Bauern ein

Quellen :

„Die Schlacht bei Hemmingstedt“ von Walther Lammers, ISBN 3-8042-0264-0

„Die Geschichten und Taten des Wiwolts von Schaumberg“, historisch aus dem Jahr 1510/12

 http://www.kriegsreisende.de/neuzeit/schwarze-garde.htm

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